Der Grund, warum Ihre Objekte zu lange liegen, ist in den meisten Fällen nicht die Vermarktung. Die Vermarktung ist das Symptom. Die Ursache liegt weiter vorne in der Kette:
Sie haben zu wenig Auswahl an Verkäufern.
Wenn Sie nur unregelmäßig Ersttermine mit Verkäufern haben, dann bekommen Sie auch nur unregelmäßig Aufträge rein. Mal zwei in einer Woche, dann drei Wochen lang gar nichts. Und die Aufträge, die reinkommen, sind meistens nicht die, die Sie sich wünschen.
Warum? Weil die meisten Ihrer Aufträge über Empfehlungen kommen.
Und Empfehlungen klingen auf dem Papier gut – aber denken Sie mal ehrlich darüber nach, was bei einer Empfehlung eigentlich passiert:
Jemand hat über Sie seine Immobilie erfolgreich verkauft und erzählt das einem Bekannten. Klingt toll. Aber der Bekannte hat jetzt völlig überzogene Erwartungen – weil er nur die Erfolgsgeschichte gehört hat. „Der hat 650.000 bekommen, also will ich mindestens 680.000.“
Dass der erste Verkauf vielleicht ein Glücksgriff war, dass der Markt sich seitdem verändert hat, dass die Lage eine andere ist – das weiß er nicht. Und er will es auch nicht hören.
Also sitzen Sie beim Ersttermin einem Eigentümer gegenüber, der bereits eine feste Preisvorstellung im Kopf hat, die nichts mit der Realität zu tun hat. Und weil Sie nicht genug andere Aufträge in Aussicht haben, nehmen Sie ihn trotzdem an.
Seien Sie mal ehrlich zu sich selbst: Wenn Sie gerade 5 bis 10 Objekte im Bestand haben – wie viele davon sind wirklich so attraktiv, dass sie in den nächsten 1 bis 3 Monaten beim Notar landen? Bei den meisten Maklern sind es maximal 2 bis 3. Der Rest? Objekte, bei denen Sie insgeheim hoffen, dass der Eigentümer irgendwann einer Preisreduktion zustimmt.
Aber selbst wenn Sie den Preis irgendwann reduziert bekommen – davor müssen Sie erstmal Wochen oder Monate investieren, um dem Eigentümer zu beweisen, dass Sie wirklich alles versucht haben. Besichtigungen organisieren, Portalstatistiken präsentieren, Marktanalysen erstellen. Alles nur, damit er irgendwann akzeptiert, was Sie von Anfang an wussten.
Und selbst dann: Der Eigentümer, der seinen Preis reduzieren musste, wird nie zufrieden sein. Er wird Sie nicht weiterempfehlen. Er wird Ihnen keine Google-Bewertung schreiben. In seinem Kopf haben Sie es nicht geschafft, seinen Preis zu erzielen – auch wenn der Preis von Anfang an unrealistisch war.
Das ist kein Vermarktungsproblem. Das ist ein Akquiseproblem.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten nicht nur 4 oder 5 Objekte im Bestand, sondern jeden Monat 10 bis 15 Einladungen zu Erstterminen von Eigentümern, die verkaufen wollen. Nicht über Empfehlungen mit überzogenen Erwartungen – sondern von Menschen, die sich aktiv bei Ihnen gemeldet haben, weil sie einen Profi suchen.
Sie könnten sich die besten aussuchen. Die mit realistischen Preisvorstellungen. Die, die wirklich verkaufen wollen oder sogar müssen. Die, bei denen Sie nach dem Ersttermin wissen: Das Objekt kann ich in 1 bis 3 Monaten zum Notar bringen.
Die Eigentümer mit den unrealistischen Vorstellungen? Die lehnen Sie einfach ab – oder geben ehrliches Feedback. Nur eben ohne Druck, weil Sie wissen, dass nächste Woche wieder neue Anfragen kommen.
Keine Ladenhüter. Keine verbrannten Objekte. Keine monatelangen Vermarktungszeiten. Keine unzufriedenen Eigentümer. Sondern Aufträge, die auch wirklich zu Provisionen werden – und zu zufriedenen Kunden, die Sie gerne weiterempfehlen.
Das ist der entscheidende Unterschied zwischen Maklern, die kämpfen – und Maklern, die auswählen. Und das ist auch der Grund, warum die erfolgreichsten Makler sich früher oder später für eine digitale Objektakquise entscheiden – oder ihr Geschäft irgendwann frustriert aufgeben...